19.2 C
Trieste
sabato, 28 Maggio 2022

Die Ausbildung wird dank SCET-NET grenzüberschreitend: Friaul, Venetien und Kärnten vereint

22.12.2021 – 08.30 – Friaul-Julisch Venetien sucht schon seit einiger Zeit nach einer konkreten Verbindung mit seinen Nachbarn, Venetien und Kärnten: Das Endziel ist die Entstehung eines grenzüberschreitenden Pools von Arbeitskräften, die potenziell in beiden Ländern Arbeit finden können, indem Angebot und Nachfrage in der oberen Adria Region aufeinander abgestimmt werden.
Diese Zusammenarbeit, die zwischen Kärnten und Friaul traditionell sehr aktiv ist, hat in dem Treffen am vergangenen Montag einen bedeutenden Höhepunkt gefunden, als die
Veranstaltung “SCET-NET – Ohne Grenzen Education and Training Network” stattfand, die vom Programm Interreg VA Italien-Österreich 2014-2020 finanziert und von einem Partnerschaftsnetzwerk verwaltet wird, das von GECT Euregio Senza Confini (Lead Partner), der Bildungsdirektion Kärnten, der Wirtschaftskammer Kärnten und der Kammer für Handel, Industrie und Handwerk von Friuaul-Julisch Venetien gebildet wird. Es war ein umfassendes Treffen, bei dem die Projekte in diesem Bereich besprochen wurden. Außerdem wurde die grenzüberschreitende Internetplattform für den Arbeitsmarkt vorgestellt.

Antonio Paoletti, Präsident der Friaulischen Handelskammer, eröffnete das Treffen, indem er daran erinnerte, dass “die Kammer einer der ersten Förderer des Projekts” war, das darauf abzielt, “einen Pool von jungen Menschen in den Grenzgebieten” mit “im Ausland
erworbenen Kenntnissen” zu schaffen. An dem Projekt waren 200 Studenten aus Venetien
und Friaul-Julisch Venetien beteiligt, und 30 Unternehmen in der Region wurden für das
Projekt sensibilisiert. Paoletti schloss mit der Feststellung, dass nicht jeder “Ingenieur, Arzt
oder Lehrer” werden kann, aber “es gibt auch einen Bedarf an Zimmerleuten, Klempnern und Büroangestellte”.
Georg Lun, Direktor des IRE-Istituto di Ricerca Economica della Camera di Commercio di
Bolzano (Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen), präsentierte eine
eingehende Analyse der Bildungsunterschiede zwischen Italien und Österreich, aus der
hervorging, dass es in Italien teilweise an einem Arbeitsplatzschutz für Lehrstellen und
Praktika mangelt. In Österreich und Deutschland handelt es sich, da die Systeme sehr ähnlich erscheinen, um ein „duales System“ mit einem “doppelten Kanal, d. h. Schule und Lehre”, das sich insgesamt “grundlegend vom italienischen Modell unterscheidet”.
In den letzten Jahren “nähert sich das italienische System immer mehr einem dualen System an”, wobei versucht wird, das Schulsystem zu flicken, um es näher an die Arbeitswelt heranzuführen.
Im Hinblick auf Praktika “ist es wichtig, eine Vereinbarung mit den Schulen im Gastland zu treffen”; außerdem muss es “einen Tutor im Herkunftsland und im Gastunternehmen” geben.
Nicht zu vergessen “unterschiedliche Sicherheitsvorschriften in den verschiedenen
Gastländern”. Die Bürokratie ist nach wie vor eine „große Herausforderung“ und es fehlt oft
an “geeigneten Strukturen für die Aufnahme von Praktikanten”.
Lun erinnerte schließlich daran, dass “das Praktikum in Österreich ein regulär bezahltes
Arbeitsverhältnis ist”.
Dr. Doris Karli zeichnete für die Bildungsdirektion Kärnten die (schwierigen) Erfahrungen
des grenzüberschreitenden Arbeitsaustauschs zwischen Friaul und Kärnten nach: Zunächst
wurde der Austausch wegen Covid abgesagt; dann wurden die Online-Aktivitäten fortgesetzt, indem branchenspezifische Sprachkurse in den relevanten Bereichen angeboten wurden, d. h. Tourismus, Gesundheit/Wellness, Handel, Technik und Agrar- und Ernährungswirtschaft. An den Online-Aktivitäten nahmen 71 Schüler teil, während weitere 138 Kärntner Gymnasiasten über SCET-NET an den verschiedenen Aktivitäten beteiligt waren.
Dr. Karli betonte, dass die Kärntnerinnen und Kärntner in Italien gute Italienischkenntnisse
benötigen und dass die Sicherheit am Arbeitsplatz stärker als in Österreich betont wird.
Andrea Fiacchi sprach für die Agentur der italienischen Handelskammern und stellte
schließlich die neue Webplattform SCET-NET vor, die aus den bisherigen Erfahrungen der
Studenten und Tutoren “Kapital schlagen” soll und Unternehmen, Schulen, Studenten sowie
Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen Informationen, Verfahren und praktische
Dokumente für die Organisation von Austauschmaßnahmen zur Verfügung stellt. Eine
weitere Waffe im Arsenal des jungen Arbeitssuchenden, während er auf die Wiederöffnung
der Grenzen nach der Covid-Krise wartet.

[Zeno Saracino]

[m.g]

spot_img

Ultime notizie

Dello stesso autore